In Danzig gab es zwei historische Orte, an denen Verbrecher hingerichtet wurden. Der erste befand sich auf dem Galgenberg in Langfuhr (heute Wrzeszcz), unweit der heutigen Traugutt- und Sobieski-Straße. Dem Namen entsprechend stand dort ein Galgen, der allerdings mehr war, als nur eine einfache Holzkonstruktion. Stattdessen handelte es sich um einen steinernen Bau mit einem hohen Podest mit Stufen, auf dem vier Säulen mit sechs Balken standen, an denen die Verurteilten aufgehängt wurden. Die Todesstrafe durch Erhängen wurde zumeist bei Vermögensstraftaten verhängt, d.h. vor allem gegen Diebe und Räuber. Die Leichen der Hingerichteten wurden bis zur vollständigen Verwesung am Strick hängen gelassen, als Warnung an die Bevölkerung vor ähnlichen Verbrechen. Der zweite Richtplatz in Danzig befand sich auf dem Kohlenmarkt, gegenüber dem Großen Zeughaus, wo sich heute der Eingang zum Theater Teatr Wybrzeże befindet. Dort stand ein Galgen in einfacher Kniestock-Konstruktion. Hier wurden vor allem wegen Fahnenflucht verurteilte Garnisonssoldaten hingerichtet. Bei Ungehorsam wurden Soldaten damals mit Prügel bestraft. Der Kohlenmarkt war außerdem Schauplatz von Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen. Auf diese Weise wurden Menschen für angebliche Hexerei bestraft. Der letzte Prozess und die Hinrichtung einer Hexe fand in Danzig im Jahr 1659 statt. Damals wurde die Danzigerin Anna Kruger, eine 88-jährige Greisin, mit dem Verbrennungstod bestraft. Aufgrund ihres außergewöhnlich hohen und in der damaligen Zeit nicht alltäglichen Alters einer irrationalen Hexenjagd zum Opfer fiel. Der Kohlenmarkt in Danzig ist sehenswert, da sich in direkter Nachbarschaft zahlreiche wichtige historische Bauten befinden.