Der Bleihof ist neben der Speicherinsel eine der zwei Hauptinseln, die Sie bei einem Spaziergang durch Danzig unbedingt sehen sollten. Diesem Ort in der Danziger Innenstadt kam seit jeher strategische Bedeutung zu. Hier, gegenüber der Ordensburg, befand sich der Speicher der Kreuzritter. Von der Ordensburg aus war dieser über eine Klappbrücke erreichbar, die in späteren Zeiten durch eine Fähre ersetzt wurde. Zwischen dem Bleihof und der Burg befanden sich auch die Tore des Hafens, die bei Bedarf die Zufahrt zum Innenhafen mittels einer Kette blockierten, um feindlichen Schiffen die Einfahrt zu verwehren. Seinen Namen verdankt der Bleihof den dortigen Bleilagern. Der größte, der gleichnamige Bleihof, verfügte über einen eigenen soliden Kranmechanismus, mit dem von Olkusz nach Danzig eingeschifftes rohes Blei verladen werden konnte. Darüber hinaus wurden auf der Insel zahlreiche Kornspeicher errichtet. Bis heute blieben vier davon erhalten bzw. wurden wiederaufgebaut: die Speicher Panna, Miedź, Oliwski und Królewski. In den drei erstgenannten hat heute das Nationale Seemuseum seinen Sitz. Seit 1980 ist am Bleihof auch das Museumsschiff SS Sołdek vertäut – das erste nach dem Krieg von der Danziger Schiffswerft gebaute Handelsschiff. Ende des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Bleihof auch das städtische Elektrizitätswerk unter der Verwaltung der Berliner Firma Siemens & Halschke erbaut. Die Anlagen des Werks wurden, obwohl sie für die damalige Zeit hochmodern waren, in einem malerischen Ziegelbau mit historisch anmutender Architektur untergebracht. Im Jahr 2005 wurde dieses Gebäude revitalisiert und für die Zwecke der Ostsee-Philharmonie umgebaut.